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Diese Therapieform ist bei Rückenschmerzen zu empfehlen:
klassische Rückenmassage
Fussreflexzonentherapie / -massage
Dorn-Breuß (Wirbelsäulentherapie)
Phonophorese / Stimmgabel-Tonpunktur
Schröpfen
Entspannungstherapie

Rückenschmerzen

Als Rückenschmerzen werden alle mehr oder minder starken Schmerzen im Bereich des Rückens bezeichnet, völlig unabhängig von deren Ursache. Fachsprachlich wird von einer Dorsalgie gesprochen und meist der Kreuzschmerz (Lumbalgie/Lumbago; Schmerz im Bereich der Lendenwirbelsäule) als nähere Ortsbezeichnung abgegrenzt.

Definition

Nach Dauer:[1] Akute Rückenschmerzen: weniger als 6 Wochen Subakute Rückenschmerzen: 6 bis 12 Wochen Chronische Rückenschmerzen: mehr als 12 Wochen Andere Definition nach Dauer: Akute Rückenschmerzen treten entweder erstmalig oder nach mindestens sechsmonatiger Beschwerdefreiheit innerhalb eines Tages auf und halten für höchstens drei Monate an. Zeitweilige Rückenschmerzen halten für höchstens drei Monate an und kehren innerhalb eines Jahres nicht wieder. Wiederkehrende Rückenschmerzen sind mit mehr als einer Episode an weniger als der Hälfte der Tage eines Jahres vorhanden. Chronische Rückenschmerzen sind mit meist mehr als einer Episode an mehr als der Hälfte der Tage eines Jahres vorhanden. Die altertümlichen Bezeichnungen Hexenschuss, Alpschoss, Beinschuss, Geschoss, Hexenstich, Lendenübel, Schuss oder Speer deuten auf vorwissenschaftliche Erklärungsmuster hin. Als Hexenschuss bezeichnet man volkstümlich auch einen plötzlichen, stechenden Schmerz im Rücken, der durch Reizung der sensiblen Eigeninnervation der Wirbelsäule ausgelöst wird, d. h. der Nerven, welche die Wirbelsäule selbst versorgen – also nicht durch Kompression der aus der Wirbelsäule austretenden Spinalnerven, die den übrigen Körper versorgen. Es handelt sich um einen häufig akut einsetzenden, zunächst segmental, meist stechenden Kreuzschmerz, der oft mit Lähmungsgefühl, Zwangshaltung, Bewegungssperre, Hartspann, Dornfortsatzdruckschmerz, etc. verbunden ist. Nach einem schmerzarmen Intervall ist evtl. der Übergang in eine chronische Form möglich. Die Abgrenzung zu den Nervenwurzelreizungen wie z. B. dem Ischiassyndrom ist nicht immer ohne Weiteres möglich. Der Arzt spricht gelegentlich von einer „pseudoradikulären Symptomatik“, wenn das Schmerzgebiet zwar ausstrahlt, aber nicht mit dem Dermatom eines Spinalnerven übereinstimmt.

Epidemiologie

In Deutschland haben statistisch gesehen zurzeit 27–40 % der Menschen Rückenschmerzen. Etwa 70 % haben die Schmerzen mindestens einmal im Jahr und etwa 80 % klagen mindestens einmal im Leben über Rückenschmerzen. Damit erkranken Deutsche im internationalen Vergleich eher häufig. Vergleiche sind jedoch problematisch. Von den Abschnitten der Wirbelsäule ist die Brustwirbelsäule (BWS) hinsichtlich Rückenschmerzen prozentual am wenigsten und die Lendenwirbelsäule (LWS) am häufigsten betroffen.[2] Rückenschmerzen sind nach den Infektionen des Atemtrakts die zweithäufigste Ursache für Arztbesuche.[3] Rückenschmerzen sind Ursache von 15 % aller Arbeitsunfähigkeitstage. Am häufigsten sind Rückenschmerzen in der Altersgruppe der 50- bis 70-Jährigen zu verzeichnen, Kinder sind davon jedoch nicht ausgenommen. Die volkswirtschaftliche Bedeutung der verschiedenen Erkrankungen der Wirbelsäule ist enorm. Bei den meisten Frührenten (18%) stellen Wirbelsäulenbeschwerden mehr oder weniger direkt den Anlass zur Berentung dar.[2]

Ursachen

Als in weiterem Sinne dem kombinierten Fachbereich Unfallchirurgie/Orthopädie zugeordnete, erkennbare Ursachen für Rückenschmerzen reichen von Wirbelbrüchen über Bandscheibenvorfälle, Spinale Stenosen und Gleitwirbeln bis hin zu degenerativen Wirbelsäulenerkrankungen wie der Osteochondrose. Auch entzündliche wie der Morbus Scheuermann oder der Morbus Bechterew und tumoröse Ursachen der Wirbel können zu Rückenschmerzen führen. Nach Vorstellung der Manuellen Medizin/Osteopathie finden sich bei unspezifischen Rückenschmerzen regelmäßig Blockierungen, insbesondere im Bereich der Lendenwirbelsäule und der Iliosacralgelenke. Diese können primär oder sekundär auftreten. ( Eine umfangreiche Auflistung möglicher Ursachen findet sich unter Liste der Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems und des Bindegewebes nach ICD-10) Bei Schmerzen im Bereich des Rückens muss grundsätzlich auch an das Vorliegen internistischer Erkrankungen gedacht werden (Headsche Zonen). Atemabhängige Schmerzen können durch eine Rippenfellentzündung (Pleuritis), belastungsabhängige Schmerzen durch eine koronare Herzkrankheit und nahrungsabhängige Schmerzen durch ein Zwölffingerdarmgeschwür verursacht sein. Gallenkoliken strahlen oft in die rechte Schulter und gelegentlich in den Rücken aus, auch der Schmerz einer Bauchspeicheldrüsenentzündung kann in den Rücken projiziert werden. Ein akut auftretender starker Schmerz zwischen den Schulterblättern ist Leitsymptom der Aortendissektion, auch Herzinfarkte und Lungenembolien können sich in Form eines plötzlichen Rückenschmerzes präsentieren. Bei Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule muss auch an eine Nierenbeckenentzündung und Nieren- oder Harnleitersteine gedacht werden. Auch eine Gürtelrose kann vor dem Auftreten typischer Hautbläschen unklare Schmerzen verursachen. Außerdem können auch gynäkologische Erkrankungen Beschwerden in der Lendenwirbelsäulenregion verursachen. Ebenso kann eine akute Borreliose meist wandernde Rückenschmerzen auslösen. Wie in allen Bereichen der Wirbelsäule können auch psychosomatische Schwierigkeiten eine Rolle bei der Schmerzentstehung spielen: Die Wirbelsäule ist dafür ein wichtiges „Erfolgsorgan“. Formulierungen wie: „Jemand hat schwer an etwas zu tragen“, „Das hat jemandem das Rückgrat gebrochen“, „Jemand müsse katzbuckeln“ sind Hinweise aus der Umgangssprache, die sich auf diesen Zusammenhang beziehen. Schmerzzustände ohne organischen Hintergrund können als Konversion einer Depression auftreten. Neuere Studien belegen auch die Wirksamkeit einer Psychotherapie: Verhaltenstherapie führt sowohl bei akuten,[4] als auch bei chronischen Kreuzschmerzen[5][6] zu einer effektiveren Schmerzlinderung und Funktionsverbesserung.

Diagnostik

Die Anamnese erfragt die Schmerzcharakteristik, z. B. bei welcher Gelegenheit die Schmerzen auftreten und ob sie bewegungsabhängig sind. Die klinische Untersuchung soll z. B. anatomische Längendifferenzen der Beine und hieraus sich ableitende pathologische Veränderungen sowie Funktionsdefizite aufdecken (Schreiber in Hoffmann/Siegfried 2005). Bei der klinischen Untersuchung können auch eine verquollene Muskulatur und ein örtlicher Druckschmerz auffallen. Ist ein Rippengelenk beteiligt, hebt sich die zugehörige Rippe aus dem Relief des Brustkorbes ab. Apparative Diagnostik (Konventionelle Röntgenaufnahmen, Computertomographie oder Magnetresonanztomographie) ist manchmal notwendig, vor allem bei Lähmungen der Beine und bei Störungen der Blasen- und Mastdarmfunktion. Eine randomisierte, kontrollierte Studie aus Kalifornien von M. C. Jensen und anderen mit MRT-Untersuchungen der Lendenwirbelsäule von 98 beschwerdefreien Personen zeigte bei 52 % der Untersuchten eine Vorwölbung der Bandscheibe(n), bei 27 % einen Bandscheibenvorfall, bei 1 % einen Bandscheibenvorfall mit Kompression des umliegenden Nervengewebes. 38 % wiesen Abnormalitäten an mehr als einer Bandscheibe auf (Schreiber in Hoffmann/Siegfried 2005).

Einzelnachweise

1. IQWiG: Kreuzschmerzen: Kann man mit einem Bewegungstraining Rückfällen vorbeugen ?. Gesundheitsinformation.de, 5. August 2010., S. 2, abgerufen am 30. September 2010 (341 KB, HONcode zertifiziert): „Je nach Dauer der Beschwerden unterscheidet man drei Formen von Rückenschmerzen: weniger als 6 Wochen, 6 bis 12 Wochen, mehr als 12 Wochen“
2. Schneider S.: Rückenschmerz: Verbreitung, Ursachen und Erklärungsansätze, GRIN Verlag, 2007, S. 9ff., ISBN 3638732185, hier online
3. Nach W. Fink, G. Haidinger: Die Häufigkeit von Gesundheitsstörungen in 10 Jahren Allgemeinpraxis. Z. Allg. Med. 83 (200) 102–108. Zitiert nach „Womit sich Hausärzte hauptsächlich beschäftigen, MMW-Fortschr. Med. Nr. 16/2007 (149. Jg.)
4. Hasenbring M, Ulrich HW, Hartmann M et al. The efficacy of a risk factor-based cognitive behavioural intervention and electromyographic biofeedback in patients with acute sciatic pain: an attempt to prevent chronicity. Spine 1999; 24: 2525–35
5. Turner J. A. (1996). Educational and behavioral interventions for back pain in primary care. Spine; 21: 2851–59
6. van Tulder, Ostelo R, Vlaeyen JWS, Linton SJ, Morley SJ, Assendelft WJJ (1999). Behavioral treatment for chronic back pain. In: Tulder Mwvan, Koes BW, Assendelft WJJ, Bouter LM (Eds.): The effectiveness of conservative treatment of acute and chronic low back pain. EMGO Institute Amsterdam, pp.223–56

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Wikipedia

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